PACTA Klimaverträglichkeitstest 2020

Im Übereinkommen von Paris hat sich die internationale Staatengemeinschaft zum Ziel gesetzt, die Finanzflüsse klimaverträglich – also in Einklang mit einem Weg hin zu einer treibhausgasarmen und gegenüber Klimaänderungen widerstandsfähigen Entwicklung – auszurichten. Das Ziel des Abkommens soll mit freiwilligen Massnahmen der Akteure anvisiert werden. In Ausführung dieses Abkommens, welches auch die Schweiz ratifiziert hat, stellt der Bund Grundlagen und Tools bereit und steht als Dialogpartner zur Verfügung. Das Bundesamt für Umwelt (BAFU) hat seit 2017 in enger Zusammenarbeit mit dem Staatssekretariat für internationale Finanzfragen (SIF) einen so genannten Klimaverträglichkeitstest für Finanzmarktakteure initiiert.

Der Klimaverträglichkeitstest wird unter dem Titel PACTA 2020 (Paris Agreement Capital Transition Assessment) durchgeführt. Die PACTA-Methode ist eine standardisierte Analyse für globale Aktien, Unternehmensanleihen und Kreditportfolien. Sie wurde vom unabhängigen, internationalen und gemeinnützen Think Tank 2°Investing Initiative entwickelt und wird von zahlreichen Finanzinstituten und Staaten angewandt.

Die Teilnahme am Test 2020 war freiwillig, anonym sowie kostenlos und stand erstmals auch Asset Managern zur Verfügung. Die Bundesverwaltung hat lediglich die aggregierten und anonymisierten Daten erhalten und darüber Bericht erstatten. Mit regelmässigen Klimaverträglichkeitstests kann der Bund erfassen, inwieweit Fortschritte in Richtung klimaverträgliche Ausrichtung der Finanzflüsse mit freiwilligen Massnahmen erzielt werden konnten oder ob weitere Möglichkeiten in Betracht gezogen werden müssen. Die Einladung des BAFU zur Testteilnahme erfolgte u. a. über die Verbände des Finanzsektors sowie des BAFU. Der Test eignete sich auch für Asset Manager, die Immobilienprodukte in der Schweiz offerieren.

Eine repräsentative Anzahl Schweizer Pensionskassen, Versicherungen, Banken und Vermögensverwaltungen hat freiwillig am PACTA 2020 Test teilgenommen. Insgesamt 179 Finanzinstitute haben teilgenommen, erstmals auch Banken und Asset Manager. Auf aggregierter Ebene des Finanzmarkts können so die Entwicklungen seit der Testrunde 2017 beobachtet werden. Insgesamt konnten im PACTA 2020 Test so rund 80 Prozent der Investitionen in Aktien und Unternehmensanleihen, die Hälfte aller Liegenschaften, die von institutionellen Investoren gehalten werden, sowie drei Viertel der Schweizer Wohngebäude, die über Hypotheken abgedeckt sind, untersucht werden. Der standardisierte Test zeigt den Finanzinstituten, wo ihre Finanzprodukte und Investitionen in Bezug auf Klima im Vergleich zu ihren Konkurrenten stehen. Den Teilnehmenden steht frei, ob sie ihre Ergebnisse nur für interne Folgearbeiten verwenden oder offenlegen.

Medienmitteilung des BAFU

Bericht zu den PACTA Ergebnissen 2020